Der Veganuary ist dieses Jahr sozusagen omnipräsent gewesen. Gefühlt jeder Supermarkt hat den Trend aufgeschnappt und bietet viele Ersatzprodukte, Facts und Rezeptideen an. Das war vor 5 Jahren schon noch etwas anders… vor 5 Jahren habe ich nämlich angefangen, vegan zu leben. Und jetzt pack ich meine 5 Lektionen aus, die ich in der Zeit gelernt habe.

1 Es ist eine Gewohnheit

Die ersten Monate verbrachte ich mit Etiketten lesen, mit Rezepten suchen und mich darüber aufregen, wie wenig Produkte vegan sind und wie wenig Menschen sich darum kümmern, wie es den Tieren geht. Doch nach der Umstellung meiner Ernährung merkte ich schnell, dass es zur Routine wird. Anstatt Zürigeschnetzeltes oder Cordon-bleu gab es dann eben Gemüserisotto oder Buchweizen mit Tomatensauce. Jetzt bin ich an dem Punkt, dass ich keine Ahnung hätte, wie ich Fleisch, Milch und Käse täglich in mein Leben einbauen könnte. Es ist für mich zur totalen Gewohnheit geworden, vegan zu kochen und backen. Ich vermisse kein Fleisch, keine Milchprodukte und auch keinen Fisch.Ich lernte, meinen Bekannten im Vorab zu erklären, dass ich vegan bin und bot Hilfe an beim Kochen, falls ich eingeladen wurde. Unterdessen ist es auch für sie kein Problem mehr.Es ist zu einer solchen Gewohnheit geworden, dass ich ganz vergessen habe, dass andere damit überfordert sein können. Danke, Veganuary, dass du diesen Job übernimmst, und allen zeigst, wie einfach es sein kann, ohne Tierprodukte zu leben :)

2 Inspirieren statt belehren

Die zweite Lektion hab ich Hardcore gelernt. Mit dem neuen und schockierenden Wissen, was Tierprodukte mit unserer Gesundheit, dem Klima und natürlich den Tieren anrichtet, konnte ich nicht einfach ruhig zuhause sitzen und nichts tun. Ich war schockiert, dass ich das alles erst mit 22 Jahren erfahren habe. Und ich wollte die Augen vieler Menschen öffnen. Aber das kommt meist nicht so gut an, vor allem nicht, wenn du ihnen Vorwürfe machst. Ich gehörte nie zu denen, die irgendwo im Restaurant herumschrien, um auf das Tier aufmerksam zu machen, was nun als Steak auf dem Tisch liegt. Aber ich fand es schwer, das mein Umfeld kein grosses Interesse am Thema hatte und selbst nach meinem „Belehrungsvortrag“ nichts änderten.Ganz ehrlich, auch wenn ich es bis heute manchmal verzweifelnd finde, wie viel es da draussen zu tun gäbe, um die Welt zu einem richtig tollen Ort zu machen (einer, wo alle in Frieden leben können), mag ich es auch nicht, wenn mich jemand aus dem Nichts heraus anmacht und darauf herumhackt, dass wir ein Auto haben. Ohne all das andere zu sehen, was wir tun, um mehr Nachhaltigkeit zu leben. Und so finde ich es auch problematisch, alle Fleischesser in den Topf der Bösen zu schmeissen. Denn ganz ehrlich, wenn man sich angegriffen fühlt, reagiert man meist nicht mit Verständnis, sondern geht in Kampfposition. Das hilft nun gar nicht.Irgendwann lernte ich, dass es andersrum besser funktioniert. Veganes Essen mitnehmen (am besten eine riesige Portion, weil dann sogar die grössten Skeptiker probieren wollen), bei Fragen zur Verfügung stehen, aber eben nicht den ganzen Abend auf dem Thema herumpochen. Ich stelle mich also als Inspiration zur Verfügung, teile meine Rezepte, blogge darüber und lass die in Ruhe, die nicht darüber reden wollen.

3 Es ist einfach

Ich wurde während meiner Weltreise vegan und war unter anderem in Neuseeland und Australien. Dort gab es schon damals in jedem Supermarkt Kokosjoghurt. Im Glas und zwar in einem grossen! Als ich dann in die kleine Schweiz zurückkehrte, merkte ich schnell, dass wir hier noch nicht ganz so weit sind mit den veganen Produkten. Das war aber überhaupt kein Problem, weil ich sowieso auch Zero Waste leben wollte. Während man Käse und Fleisch noch unverpackt bekommen kann, sieht das bei Ersatzprodukten schon schwieriger aus. Also hab ich vieles selbst hergestellt und mich mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Reis, Pasta,… begnügt. Und gemerkt, wie einfach es ist.Doch nicht nur dass es zur Gewohnheit wurde, es wurde auch immer einfacher in Restaurants. In den letzten fünf Jahren hat sich extrem viel getan. Unterdessen kann man teilweise schon von mehreren Menüs auslesen (obwohl es auch Vorteile hat, nicht eine riesige Auswahl an Gerichten zu haben – das Bestellen geht super schnell :D).Während ich vor fünf Jahren noch ab und an erklären musste, was den Veganismus ist, passiert dies heutzutage echt selten. Obwohl, letztens wurde mir auch nach meiner Nachfrage nach veganem Essen ein Brötchen mit Salami beim Bäcker angeboten, weil dieses nicht mit Ei bestrichen war :D

4 Es ist kein Verzicht und sollte es auch nicht sein

Ich war noch nie ein Fleischtieger und verzerrte auch eher wenig Milchprodukte (hatte früher eine Laktoseintoleranz). So fiel mir der Umstieg sowieso leicht. Egal, was ich noch tue, um nachhaltiger zu leben, mir ist es wichtig, dass es kein Verzicht ist. Denn das wird man früher oder später nicht durchhalten.Ich habe aber auch nicht von heute auf morgen zu 100% auf vegan umgestellt. Ich habe eine Mahlzeit pro Tag in vegan gemacht, und schon nach einem Monat gemerkt, dass ich schon fast ganz vegan lebte. Und wenn ich mal unglaublich Lust auf einen Berliner habe und ich keinen in vegan bekomme, kaufe ich mir den halt trotzdem 3mal im Jahr.

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Los geht’s!

5 Ersatzprodukte braucht es (nicht)

Ich persönlich ernähre mich auch vegan, um gesünder zu leben. Auch mein Zero Waste Lifestyle unterstützt mich hier. Also hab ich keine Lust auf Ersatzprodukte, die teilweise fragwürdige Inhaltsstoffe enthalten. Ich rede hier nicht von Tofu. Das ist (für mich) kein Ersatzprodukt, sondern ein Nahrungsmittel, dass es schon seit dem Altertum gibt. Denn anstatt einfach Fleisch, Milch und Ei auf dem Tellerchen zu ersetzen, koche ich oft ganz andere Gerichte. Auch Hafermilch, Hefeflocken oder Sojaschnetz nutzen wir. Das sind für Omnivore ganz klare Ersatzprodukte.Was wir aber sozusagen nie essen sind die ganzen abgepackten Vleisch, Vurst, etc. Produkte, die es so gibt. Denn es ist für mich kein Verzicht, kein Fleisch zu essen. Ich liebe die vegane Küche und finde, sie kommt auch ganz gut aus ohne dies. Allerdings kann es vielen den Umstieg erleichtern, was ich gut nachvollziehen kann und wofür sie auch gut sind.

5 3/4 Perfektionismus? Hauptsache du fängst an.

Obwohl man als Veganer ganz schnell den Stempel vegan auf die Stirn gedrückt bekommt, gibt es auch hier natürlich sehr viele verschiedene Typen. Die perfekten Veganer, die keine einzige Ausnahme machen und allen, die sich als vegan betiteln, am liebsten den Stempel „Lügner“ drüberstempeln würden, machen sogar mir als „eingefleischte“ Veganerin Angst. Denn ganz ehrlich – darum geht es doch nicht. Ist doch super, wenn Menschen anfangen, eine vegane Mahlzeit pro Woche einzunehmen. Klar, das kann man noch ausbauen, aber besser, als dass sie da Wurst mit Pommes essen.Wichtig ist ja nur, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt und anfängt. Und die Stempel könnte man meinetwegen auch komplett weglassen. Denn wie man sich ernährt, ist nur ein Teil vom Ganzen. Vielleicht bist du in einem Bereich schon viel weiter, wo ich von dir lernen kann.Also lass uns lieber voneinander lernen! Ich teile gerade meine Lektionen bezüglich vegan sein – Was fehlt dir noch auf meinem Blog? Was kannst du mir beibringen?