Ich hab zwar schon einige Male über’s Ausmisten berichtet, aber jetzt wird es Zeit meine aktuelle Methode, nach der ich anderen und mir selbst beim Ausmisten helfe: Die Konmari-Methode. Ich habe zwar nicht alles eins zu eins übernommen, aber vieles davon hat mir geholfen – vielleicht hilft es dir ja auch? Wenn wir alle schon so viel zuhause rumhängen wegen Corona, dann können wir die Zeit ja nutzen :) Frühlingsputz ist ja auch schon bald dran…

In Marie Kondo’s Buch „Magic Cleaning“ ist die Methode gut beschrieben – ich hab es dir mal zusammengefasst:

Aufräumen ist eine Party – lass dich feiern!

Ausmisten ist doof? Das dacht ich als Kind auch. Aber irgendwann hab ich gemerkt, wie gut es mir tat, mich von Altem zu verabschieden und Ordnung im Haus zu haben. Und anstatt immer wieder mal ein Schrank oder eine Schublade auszumisten, schlägt Marie Kondo vor, das ganze Zuhause in maximal einem halben Jahr zu machen. Um dann richtig Ruhe zu haben. Vielleicht nicht ein Leben lang, wie sie behauptet, aber ein Lebensabschnitt lang. Und warum sollte das ein Grund zum feiern sein? Weil du Verantwortung für dein Zeugs übernimmst. Weil du Platz schaffst und Ressourcen freigibst, weil du etwas verändern willst.

Dinge als Wesen betrachten

Okay, ich weiss, klingt erstmal etwas eso mässig. Hab beim Lesen der Konmarie-Bücher am Anfang auch gedacht: „Okaaaay, jetzt geht sie aber ziemlich weit hier“. Dann hab ich es aber mal ein wenig wirken lassen und gemerkt, dass es unglaublich hilft. Stell es dir wie ein Spiel oder wie bei Toystory vor: Die Dinge wurden geschaffen, um dir beim Kartoffelschälen zu helfen (Schäler), dich in kalten Wintern warm zu halten (Winterjacke) oder beim Einfangen von Augenblicken zu unterstützen (Kamera). Oder sie haben sonst irgendeinen Zweck. Und wenn du sie dir jetzt lebendig vorstellt: Mit wem von denen würdest du wirklich zusammenwohnen wollen? Welche sind vielleicht sogar traurig, dass sie schon so lange im hintersten Schrankecken liegen?

Das richtige Mindset

Ganz wichtig bei der Konmari-Methode ist der Zweck des Aufräumens festzulegen. Warum möchtest du ausmisten? In welcher Umgebung möchtest du leben? Wie sieht dein perfektes Leben aus und viele weitere Fragen können dir helfen, herauszufinden, wie viel Besitz und vor allem welcher dich wirklich glücklich macht.

Planung ist das A und O

Um nicht einfach wild hier und da ein wenig auszumisten, hilft es, einen Plan zu erstellen. Wann ist was drann und wie lange brauchst du für welche Schritte?

Trag es am besten gleich in den Kalender ein und plane für dein gesamtes Zuhause maximal ein halbes Jahr ein, damit das zwischenzeitliche Chaos und Rumräumen auch ein klares Ende hat.

Nach Kategorien ausmisten

Anstatt Raum für Raum durchzunehmen, mistet Marie Kondo nach Kategorien aus. So erhält man einen viel besseren Überblick über den Besitz. So passiert es nicht, dass du an hundert Orten ein paar Kugelschreiber hast, aber nie genau weisst, wo sich was befindet. Die Kategorien sollten in der vorgegebenen Reihenfolge ausgemistet werden, damit man auch besser wird im Ausmisten, bis man bei den Erinnerungen angelangt ist.

Die Kategorien sind folgende (von mir angepasst):

  • Kleidung
  • Bücher, CD, DVD
  • Papiere
  • Körperpflegemittel, Artikel aus Apotheke
  • Küchenutensilien
  • Hobbyutensilien
  • Kleinkram: Accessoires, Wertsachen, Technik, Haushaltsartikel, Diverses
  • Erinnerungen

Natürlich können jederzeit weitere Unterkategorien gemacht werden, wenn der Platz zum ausmisten sonst nicht reicht.

Alles auf einen Haufen

Beim Ausmisten fangen wir also mit Kleidern an und nehmen dann beispielsweise mal alle Hosen von dir aus dem Schrank und legen sie auf einen Haufen. Egal was du aussortierst: Alles der Kategorie rausnehmen und auf einen Haufen legen, wirkt meist sehr schockierend. Erst dann wird uns bewusst, wie viel Dinge wir eigentlich besitzen.

Aussortieren: Was macht mich glücklich?

So, nun geht’s endlich los mit ausmisten. Und zwar geht es primär darum, nur das zu behalten, was dich wirklich glücklich macht. Glück kann sich auf verschiedene Arten ausdrücken, wenn du jetzt gleich mit dem „Aber dieser Schraubenzieher macht mich nicht glücklich“-Argument kommen willst. Denn vielleicht macht er dich indirekt glücklich, weil du weisst, dass du mit ihm ganz viele Dinge reparieren kannst? Dann darf er bleiben.

Bedanke dich bei den Gegenständen, die weiterziehen dürfen. Das kann für die Aufgabe sein, wofür der Gegenstand hergestellt wurde (Winterjacke fürs Warmhalten) oder für die Lektion, die du daraus gelernt hast (nur noch das kaufen, was mir wirklich steht und geht).

Geschenke darfst du auch loslassen, wenn sie dich nicht mehr glücklich machen. Hättest du Freude, wenn ich ein Geschenk von dir aufbewahren muss, weil ich dich nicht verletzten willst, obwohl es mir gar nicht mehr gefällt? Nein? Dann darfst du das bei andern auch tun.

Sinnvoll entsorgen

Dazu gibt es hier bald einen detaillierten Bericht. Aber ganz kurz: Alles was du noch verschenken und verkaufen kannst (übers Internet oder bei Sozialkaufhäusern, Kindergärten, Secondhandläden, an Freunde), sollte nicht einfach in den Müllsack gesteckt werden. Das ist alles andere als nachhaltig. Und bitte dränge deinen Besitz auch niemandem auf – sonst hat jemand anderes bald auch das Problem, dass er ausmisten muss.

Aufräumen: Jeder Gegenstand bekommt seinen Platz

Nachdem du jetzt nur noch besitzt, was du wirklich willst, bekommt jeder Gegenstand sein Zuhause. Am besten kommen Dinge der selben Person und derselben Kategorie an den gleichen Ort. Es ist einfacher für Menschen, die zusammenleben, genau zugeordnete Bereiche in Ordnung zu halten, als wenn alles überall verstreut ist.

Beim Einräumen ist es wichtig, dass du möglichst alles auf den ersten Blick siehst. Das heisst: Stellen statt Stapeln. Als weitere Hilfen beim Einsortieren können Schwerkraft und Farben dienen. Und um das ganze klar zu organiseren kannst du Boxen und Boxen in Boxen verwenden. So ergibt sich schnell ein stimmiges Bild in Schubladen oder Regalen.

Warum du überhaupt ausmisten solltest

Vielleicht klingt das grad nach ziemlich viel Aufwand und Arbeit. Dein komplettes Zuhause ausmisten? Muss das sein. Nein, natürlich nicht. Aber Ausmisten kann unglaublich befreiend sein. Ich meine nicht das sinnvolle Minimalisieren. Ich meine den Prozess, Dinge loszulassen, die dir Platz wegnehmen im Leben. Sei es dadurch, dass du ständig an Momente im Leben denkst, die nicht schön waren (an einen Ex und die Trennung, wenn du ein Geschenk von ihm siehst) oder weil sie gross sind, und du beispielsweise kein Yoga mehr im Wohnzimmer machen kannst, oder sie klauen dir deine wertvolle Lebenszeit, weil sie ständig abgestaubt werden müssen.

Ausmisten, vor allem nach der Konmari-Methode kann auch eine unglaubliche Klarheit in dein Leben bringen und dir helfen, dein Leben so zu leben, wie du es leben willst.

Ausmisten kann dir helfen, dich von der Vergangenheit zu lösen und im Jetzt anzukommen.

Ausmisten kann dir helfen, dass du mehr Zeit hast für das, was wirklich wichtig ist.

Ausmisten nach dieser Methode hilft dir, dass du nicht immer ein wenig am Räumen bist, sondern es in einem Schwung tust und danach Ruhe hast.

Also: Nutz doch den Lockdown und miste dein Zuhause aus ;)

Der Schnelldurchlauf durch die Konmari-Methode hat dich inspiriert? Dann lies doch Magic Cleaning (kauf es second hand oder leih es dir in deiner Bibliothek aus) durch oder buch ein Aufräumcoaching mit mir.