Klopapierfrei mit Po-Dusche und Handtücher? Felix und ich haben ja schon viel ausprobiert, aber jetzt kommt was für die wirklich Abgesottenen :D Wir nutzen seit drei Monaten fast kein Klopapier mehr. Stattdessen gibt es eine Po-Brause und kleine Handtüchlein zum Nachtrocknen. Inspiriert hat mich meine Freundin Amelie, die schon seit Jahren so lebt.

Die Absurdität der westlichen Klos

Seit wir aus dem Tiny House ausgezogen sind, haben wir keine Trockentrenntoilette mehr. Der Gedanke, dass wir unser Trinkwasser mit Fäkalien verunreinen, gefällt mir zwar nach wie vor nicht, zumal sich das relativ leicht ändern liesse – und ich meine jetzt nicht, dass alle Trockentrenntoiletten installieren müssten, sondern das man zumindest Grau- und Schwarzwasser nicht vermischt, aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls find ich das ganze System von Wasser-Klo, Bäume runterspülen um danach alles zusammen in den ARA’s wieder herauszufischen, um es dann wegen Mikroplastik und Medikamentenrückständen nicht als Dünger zu verwenden, sondern zu verbrennen, etwas irrsinnig.

Deswegen lassen wir zumindest mal eine Komponente weg. Eigentlich drei, denn Mikroplastik fangen wir mit dem Guppyfriend auch wieder auf, Medikamente nehmen wir keine (das kann sich natürlich bei einer heftigen Krankheit auch ändern, aber dafür trainieren wir unser Immunsystem lieber vorbeugend und ziehen Alternativmedizin erstmal vor). Klopapier haben wir seit neustem auch deutlich reduziert.

Wasser nach dem grossen Geschäft

Schon vorher haben wir eine Happy-Po-Dusche gehabt. Die funktioniert schonmal sehr gut und spart einiges an Klopapier, hat aber nicht so viel „Power“, wie eine Podusche, die am Wassersystem angekoppelt ist (die Happy-Po-Dusche ist weiterhin unser Begleiter in Urlauben).

Neu haben wir bei allen Klos im Haus eine Brause installiert, mit der man sich nach dem Geschäft schön waschen kann. So. Jetzt wird es etwas detaillierter. Denn sonst bringt der Beitrag hier nichts. Und meine Güte, über Essen sprechen wir ja auch die ganze Zeit, also geht’s jetzt mal darum, was daraus wird: Kot. Kacke. Stuhlgang. Scheisse. Nenn es wie du willst.

Mit einer Brause wird der Popo einfach noch sauberer. Die Po-Dusche reicht bei mir beispielsweise meistens auch schon, aber das klappt nicht bei allen gleich gut, das hängt auch davon ab, was man für Stuhlgang hat. Je härter, desto mehr Druck braucht’s auch, um den Popo sauber zu kriegen.

Und bei Felix und mir reicht die Brause gut aus, um nachher mit einem „Stoffklopapier“ einmal nachzuwischen. Das ist dann in 99% sauber und trocknet sozusagen nur den Hintern.

Das Sauberkeitsgefühl möchte ich nicht mehr missen! Ich hab’s hier auch schon geschrieben, aber um das ganze nochmals zusammenzufassen: Wenn wir mit sonstigem Kot in Kontakt kommen, käme es uns nicht in den Sinn, einfach ein Taschentuch zu nehmen, den Arm abzuwischen und gut ist. Nein. Wir benutzen Wasser (und Seife).

Feuchttüchli sind ja auch sowas in der Art, nur sind die mir immer viiiiel zu parfümiert und bekanntermassen verstopfen sie gerne Leitungen. Zudem kosten sie viel. Also Podusche!

 

In 8 Schritten zu einem Zero Waste Haushalt

Du möchtest dein Leben müll- und plastikfrei(er) gestalten? Weniger Müll rumschleppen müssen und gesünder leben?

Dann hol dir die Schritt-für-Schritt Anleitung und stelle dein Zuhause Produkt für Produkt auf nachhaltig um!

Los geht’s!

 

Und was ist nach dem Pinkeln?

Auch da brausen wir uns kurz ab und trocknen uns dann mit einem Tuch, was nicht nur einmal in Verwendung ist. Schliesslich trockne ich mich nach dem Duschen auch mehrmals mit dem gleichen Tuch ab und schmeiss es nicht nach jeder Verwendung in die Wäsche. Da der Urin ja auch weggespült wird, riecht der Lappen auch nach Tagen nach nichts… und für alle, die es noch nicht bemerkt haben: Urin kann ganz schön stinken!

Ein Selbstversuch

Ich habe erstmal mit 20 Tüchlein und ein paar „Pipilappen“ in die Versuchsphase gestartet. Felix macht auch mit (hach, ich hab schon Glück mit meinem Mann <3). Wir sind jetzt schon drei Monate fast ohne Klopapier unterwegs und erwischen uns immer weniger, ganz automatisch danach zu greifen, denn für Gäste haben wir es natürlich weiterhin im Angebot ;)

Unser erstes Fazit ist: Passt, ist einfach, angenehm, uneklig, sauber, macht keinen grossen Mehrwaufwand beim Waschen und bleibt bis auf Weiteres! Und unterdessen habe ich einige weitere Tücher zugeschnitten und abgenäht. Denn 20 sind für uns beide zu wenig.

Und ist das hygienisch?

Ich hab vor unserem Versuch mal das Internet befragt. Natürlich kommen gleich irgendwelche Gesundheitsexperten und sagen, dass das gefährlich sein kann. Tja, ich kenn aber auch einige, die so leben und viele “Öko-Bloggers”, die ebenfalls davon berichten, schon seit längerer Zeit kein Klopapier mehr zu verwenden. Genauso wie Handtücher und Unterhosen wasche ich die Lappen mit bei 60°C. Wem das zu wenig ist, kann ja auch ab und an ne Kochwäsche machen oder die Lappen jeweils seperat waschen. Ich seh allerdings nicht ein, warum Unterhosen problematischer sein sollen, die ja mit genau den gleichen Körperteilen in Berührung kommen…

Übrigens: Das System habe ich grösstenteils von meiner Freundin Amelie übernommen. Sie ist sozusagen Expertin und lebt schon mehrere Jahre klopapierfrei mit ihrem Freund. Ihre „Originalanleitung“ kannst du gerne auf ihrem Blog lesen :)