Nachhaltig Campieren heisst für mich auch Zero Waste Campen, denn gerade da wird es teilweise schwierig mit Mülltrennen und Recycling. Egal ob Essen, Trinken oder Schlafen, ich zeig auf, wie der nächste Campingtrip auch nachhaltig wird.

Campinggeschirr

Wir haben unser Campinggeschirr Second Hand von Felix’s Eltern bekommen. Als wir allerdings gesehen haben, dass die Plastikteller Risse bekommen und sich wahrscheinlich auch Mikroplastik in das heisse Essen auf dem Teller löst, haben wir uns Second Hand ein Set aus emailliertem Geschirr bestellt: Die sind zwar etwas schwerer als Plastik, dafür hitzesicher. Als Ergänzung haben wir zwei Edelstahlschüsseln und Becher. Stoffservietten, Holzbrettchen, normales Besteck dazu und los geht’s.

Kocher

Gaskocher sind meist die einfachste und sicherste Variante zum Kochen beim Campieren. Die Gaskartuschen unbedingt recyceln. Alternativ gibt es auch Feuerstellen, wo mit Holz gefeuert werden kann. Eine Mini-Portable Lösung ist beispielsweise der BioLite Campingkocher, worauf man kochen kann und der gleichzeitig Strom produziert. In einigen Campings ist allerdings offenes Feuer nicht erlaubt.

Wer Strom auf dem Camping hat, kann natürlich auch portable Elektroplatten mitnehmen, da muss man keine Gaskartuschen kaufen. Eine grössere Kochstelle mit einem wiederbefühlbaren Gasbehälter (die grossen Dinger) ist natürlich auch toll – so viel Platz haben wir aber leider im Caddy nicht….

Kühler

Einige Campingplätze bieten für Zeltler Platz im Kühlschrank an. Meist muss das Essen angeschrieben werden, also Stift nicht vergessen. Kühlboxen, die im Auto angesteckt werden können, sind Gold wert. Alternativ geht natürlich auch eine Kühlbox mit Eis drinn (das kommt in Plastik) und gibt halt eine etwas grössere Sauerei (Achtung: Essen immer dicht verpacken).

Aber auch eine grosse Schüssel oder ein Topf eignet sich wunderbar als Kühler: Einfach kaltes Wasser reinfüllen und das Gemüse (Wurzel nach unten) oder ein Bier hineinstellen. Unser Salat hatte keinen Platz in unserer kleinen Kühlbox und hat sich so über mehrere Tage wunderbar frisch gehalten.

Essen

Vorbereitung ist alles. Meist kaufen wir vieles in unserem Unverpacktladen zuhause ein und nehmen es mit, so dass wir die festen Zutaten wie Reis, Haferflocken und Pasta nicht verpackt kaufen müssen. Natürlich sind dann unsere Stoffbeutel mit dabei, mit welchen wir dann vor Ort weiteres Essen einkaufen können.

Hier ein paar einfache Tipps, um Müll bei Essensverpackungen zu vermeiden:

  • Wochenmärkte entdecken – ein super schönes Erlebnis
  • Unverpacktläden auf der Route merken und besuchen
  • Take-Away-Essen in eigene Behälter füllen lassen
  • Coffee-To-Go in eigenen Becher füllen
  • Eis in eigenen Behälter oder Waffel kaufen

Trinken

Eine Trinkwasserflasche ist ein absolutes Muss auf Reisen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch viel Plastik. In vielen Ländern ist das Leitungswasser trinkbar. Wir haben einen Trinkwasserfilter für Länder, in denen es nicht direkt trinkbar ist. Oft gibt es auch Auffüllstationen, es lohnt sich also auch einen Kanister zu haben. Das ist sowieso praktisch zum Kochen, Abwaschen etc.

Wein und Bier gibt es vielerorts in Pfandflaschen. Wir hatten Glück: Unser Camping in der Toscana war sogar mit einer Weinauffüllstation ausgerüstet.

Abwasch

Ein Wassertank und ökologisches Spülmittel und ein Geschirrtuch gehören mit ins Gepäck. Damit kann man jederzeit die Dosen vom Mittagessen ausspülen und wiederverwenden.

Schlafen

Viele Outdoorhersteller nutzen Stoffe aus Erdöl. Einige haben sich aber zum Glück schon auf recycelte Stoffe spezialisiert. So gibt es unterdessen zum Beispiel ein Zelt aus recyceltem Stoff. Schlafsäcke, Matten oder ganze Campervans können natürlich auch Second Hand gekauft werden. Wir haben im Caddy geschlafen 🙂

Bad & Kosmetik

Egal ob Solardusche oder Sprung in den Fluss, am besten nimmt man nicht nur zuhause sondern auch im Urlaub biologische Naturkosmetik. Hier meine kleine Packliste, was wir alles beim nachhaltigen Campen dabei haben:

  • 1-2 Hamamtuch (leichtes, schnell trocknendes Biobaumwolltuch)
  • Bambuszahnbürste
  • Zahnputztabletten oder selbst gemachtes Zahnpulver
  • Selbstgemachtes Deo
  • Holzbürste
  • Edelstahlrasierhobel
  • Ökologische Sonnencreme
  • Nagelklipser, Pinzette
  • Stückseife
  • Lavaerde
  • Menstruationstasse / Stoffbinden / Periodpanties
  • Selbstgemachter Mosquitospray

Strom

Go Solar! Viele Campervans haben eine Solaranlage auf dem Dach und einen Akku dabei. Damit kann man deutlich länger autark unterwegs sein. Aber auch für den einfachen Zelturlaub gibt es Lösungen. Beispielsweise eine Solarhandyladestation, ein Solarglas für laue Sommerabende oder eine Taschenlampe, die von Hand per Kurbel aufgeladen werden kann. Der oben erwähnte Campingkocher kann ebenfalls Strom für Handyladen erstellen – super praktisch!

Na, wo gehst du dieses Jahr nachhaltig campen?