Wer nur 16qm Grundfläche im Tiny House hat, realisiert schnell, dass man nicht um ein Ordnungssystem kommt und ab und an Ausmisten muss darf. Heute werde ich also mal über Ordnung und Ausmisten im Tiny House berichten :)

Wie reduziert man seinen Besitz so drastisch?

Ganz ehrlich, ich glaube der Wille, respektive die Vision ist hier das A und O. Wir wollten unbedingt in unsere Villa Kuntergrün ziehen, sodass wir einfach wussten, dass wir ganz vieles loslassen dürfen. Wir haben seitdem wir beschlossen, ein Tiny House zu bauen, immer wieder ausgemistet. Oft waren emotionale Gegenstände dabei, die wir nicht in der ersten Runde loslassen konnten.

Meine genauen Methoden findet ihr hier. Zudem liebe ich die Konmarie-Methode, mit der ich auch arbeite. Noch nie davon gehört? Ich würd mal sagen: Ausmisten mit Herz. Denn die Frage, die du dir beim Aufräumen stellst, ist, ob der Gegenstand dich noch glücklich macht. Du räumst nach Kategorien anstatt nach Räumen auf und gibst jedem Gegenstand ein Zuhause.

Unser Tiny House besteht gefühlt auch hauptsächlich aus Stauraum, was natürlich hilft. Wenn ich mir die Fotos von gewissen Verkäufern ansehe, frage ich mich, wo man denn da nur schon seine Unterwäsche versorgen kann, geschweige denn von der Schmutzwäsche…

Warum ich immer wieder ausmiste

Wenn ich irgendwo erzähle, dass Felix und ich es geschafft haben unseren gesamten Besitz so zu reduzieren, dass wir alles in einem Tiny House verstauen können, sind die meisten schon ziemlich beeindruckt. Unser Kleiderschrank mit T-shirts, Pullis und Hosen ist 2mx30cm für zwei Personen. Unvorstellbar für gewisse.

Doch als wir umgezogen sind, waren alle erstaunt, wie viele Boxen und Dinge wir in ein so kleines Haus reingebracht haben. Es ist ne ganze Menge.

Hinzu kommt, dass wir keine “eins rein, eins raus”-Regel haben. Das heisst, wenn wir uns etwas neu (also meist eher second hand) kaufen, muss nicht ein anderer Gegenstand das Haus verlassen.

Diese Regel klappt zwar wunderbar, damit man nicht gleich nach dem Ausmisten wieder mit Anhäufen anfängt, aber ist für mich zu sehr ein erzwingen und meiner Meinung nach  kann schnell im Gegenteil enden: Weil man immer “unfreiwillig” Dinge loswerden muss, hört man ganz damit auf, weil man das Gefühl hat, einem wird etwas weggenommen.

Es ist für uns eher so, dass wir einmal im Jahr durch unseren Besitz gehen und merken, dass wir dieses oder jenes gar nicht mehr wollen. Dass uns einiges nicht mehr glücklich macht. Dann ist es Zeit, dass der Gegenstand weiterziehen darf.

Warum Ordnung im Tiny House so wichtig ist

Doch nicht nur Ausmisten ist wichtig, um nicht im Messi-Tiny-House leben zu müssen. Nicht um sonst sagt man, dass Ordnung das halbe Leben sei. In kleinen Räumen, wie beispielsweise einem Tiny House, vermitteln ein paar unverräumte Gegenstände viel schneller das Gefühl von Chaos, als wenn  hie und da ein Pulli oder ein Stapel Magazine in einem grossen Raum herumliegen.

Felix und ich sind beide ziemlich ordentlich. Bei mir müsste man das ziemlich dann noch streichen – ich kanns auch ganz schön übertreiben mit Ordnung halten ;)

Aber gerade zu zweit zwingt einem ein Tiny House fast schon zur Ordnung. Wenn Dinge am Boden rumliegen, kann man nicht mehr zum Klo laufen oder die Schränke nicht mehr öffnen. Wenn Zeugs den Tisch belagert, kann man nicht daran essen oder arbeiten.

Damit das nicht passiert, ist es für uns wichtig, Ordnung zu bewahren. Das ist aber kein Hexenwerk. Das Allerwichtigste dabei ist, dass jeder Gegenstand sein Plätzchen hat, wo er darauf wartet, gebraucht zu werden. Das Gute ist: Fast alle Stauräume sind ja eh in zwei Schritten erreichbar. Man muss nicht erstmal in den zweiten Stock hoch, um dann den Pulli im Kleiderschrank zu versorgen. Es ist also was für Faule, so ein Tiny House :D Ne, ernsthaft jetzt, man gewöhnt sich schon daran, dass alles fast in Griffbereitschaft liegt. Super praktisch.

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Los geht’s!

Wie und wann räumen wir auf?

Ich räume meist durch den Tag die Dinge nach der Benutzung gleich wieder auf. Das ist natürlich das einfachste. Geschirr wird bei uns direkt nach der Mahlzeit gespült, getrocknet und versorgt. Klamotten kommen wieder in den Schrank – bis vielleicht mal ein Pulli oder ein Jäckchen, dass man an und auszieht, je nach Wärme.

Das wichtigste für Ordnung: Du brauchst eine Methode, einen Plan. Wenn du dir vornimmst, das Geschirr immer gleich zu spülen, dann tue es und es wird irgendwann einfach ganz normal werden.

Schuhe lassen wir kurz trocknen beim Eingang und räumen sie dann weg. Und falls Abends dann doch noch dies oder jenes herumliegt, erledige ich die paar Handgriffe vorm ins Bett gehen, sodass das Haus am nächsten Tag wieder tiptop aussieht.

Das alles würd ich unter dem alltäglichen Aufräumen zusammenfassen, was im Schnitt vielleicht 3 Minuten dauert – maximal!

Das hilft mir, nicht schon mit diesem “oh-nein-ich-muss-noch-so-viel-erledigen”-Gefühl aufzustehen. So kann ich den Tag mit den Aktivitäten starten, die mir wirklich wichtig sind, ohne erstmal alles suchen zu müssen.

Zu dem täglichen Aufräumen kommt dann noch das jährliche Aufräumen, wo ich alles durchgehe und ausmiste. Einiges was kaputt geht oder sonstige Mängel aufweist, wird auch schon durch das Jahr repariert oder entsorgt.

Methoden zum Ausmisten

Du bist grad inspiriert, auch auszumisten? Dann schau dir meine Artikel zu verschiedenen Methoden oder zu meinen eigenen Methoden an.

Oder möchtest du von mir unterstützt werden? Dann schaue hier vorbei.

 

Mistest du auch gerne aus? Wie sieht es mit Ordnung und Ausmisten in deinem Tiny House oder zuhause aus? Was macht dir dabei noch Probleme?