Wer mich kennt oder schon mal auf meinem Blog war, weiss, dass ich grossen Wert auf Nachhaltigkeit lege. Deswegen lebe ich auch Zero Waste, vegan und baue mit meinem Freund ein Tiny House.

Aber wie klappt es denn so, ein Haus ohne Abfall zu bauen? Kurz und knapp: Es ist unmöglich!

Verpackungsmüll

Bei jeder Anlieferung von Tiny House Materialien setzt mein Zero Waste Herz für eine Sekunde aus – so viel Verpackung! Letztens kam der Boden: jeweils gute 2 qm waren in Plastik gehüllt. Zumindest gut recyclebares Plastik.

Abbestellen kann man das meistens nicht – denn irgendeine Verpackung ist ja nötig, damit die Materialien nicht schon kaputt geliefert kommen (und die Kunden dann wieder reklamieren und ein neues Produkt verlangen).

Je lokaler, desto weniger Müll, so scheint es allerdings. Was aber weite Transporte zurückgelegt hat (wie zum Beispiel unsere nach aussen öffenbare Fenster aus Dänemark), muss ja gut eingepackt werden. Denn ganz ehrlich, ich möchte auch keine gebrochenen Fenster erhalten. Das ist auch alles andere als ökologisch, weil man da so viel heizen muss :P.

Übrigens: Wir haben seit Dezember 2017 erst zwei gelbe Säcke produziert – und das mit den Tiny House Verpackungen. Das beweist einmal mehr, das ein kleines Haus ökologisch ist – erstaunlich wenig Müll.

Upcycling oder öko?

Im Internet findet man viele Berichte von Tiny Häuser, die fast komplett aus recyceltem Material gebaut wurden. Klingt toll, oder? Doch wie einfach ist es denn, wirklich, Dinge wiederzuverwenden?

Im Prinzip finde ich es ja super, alte Dinge wiederzuverwenden – aus T-Shirt wird Spülschwamm und aus Socke ein Schneemann. Aber ein ganzes Haus? Gerade in Deutschland gibt es viele Vorschriften, wie man was zu bauen hat. In den USA ist vor allem das Gewicht weniger ein Problem, wenn man ein Tiny House auf Räder baut.

Meist werden Materialien verwendet, die aus Häuser stammen, welche abgerissen werden. Das heisst, selber ausbauen, transportieren und möglicherweise auf Vordermann bringen. Wer nicht mehrere Jahre Zeit hat (oder sie sich nehmen möchte), hat es schwerer, an alte Materialien zu kommen. Es gibt zwar immer wieder mal was im Internet zu finden, aber ob das dann von der Menge, dem Gewicht, dem Aussehen, der ökologischen Beschaffenheit passt?

Eine weitere Entscheidung, die man treffen muss, ist, ob man lieber ganz ökologische Materialien verbauen möchte, oder ob man zbsp eine alte Dämmung verwendet, die aber nicht so umweltfreundlich ist.

 

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Was haben wir gekauft?

Wir versuchen so viel es geht, second hand zu kaufen. Das hat bei Duschwanne, Waschbecken, einer Folie und einigen anderen Dingen funktioniert. Den Rest kaufen wir in umweltfreundlicher Qualität. Wir wollen keine ausdünstende Farbe in unserem kleinen Haus, gut recycelbare Materialien und ökologische Produkte, die in der Herstellung als auch im Verbau nachhaltig sind.

Kompromisse machen

Die Liste, worauf man achten möchte, möglichst ökologisch, möglichst lokal, möglichst günstig, möglichst ohne Verpackung, möglichst bald geliefert, möglichst second hand – es ist schwer, das alles unter einen Hut zu bringen.

Unsere Fenster hätten wir auch bei einem Hersteller hier in der Gegend bekommen. Allerdings hat er uns erst nach 5 Wochen eine Offerte zugeschickt. Die Kosten wären mehr als doppelt so hoch gewesen (und glaubt mir, unsere waren alles andere als billig). Zudem hätte er die Fenster nicht genau so bauen könnnen, wie wir sie brauchten. Das kann natürlich auch nicht die Lösung sein.

Andererseits ist unser Holz von Lieferanten in der Umgebung – das hat bisher gut geklappt. Plus konnten unsere Eltern jeweils bei einem Besuch zu uns unterwegs unsere ersteigerten second hand Materialien mitbringen, sodass nicht einmal ein Tranpsort und Verpackung erforderlich war.

Wie schon erwähnt – unsere Ansprüche an die Produkte, die wir für unser Haus benutzen, sind hoch. In der heutigen Zeit, sehe ich mich wohl oder übel dazu gezwungen, Kompromisse zu machen.