Wir kaufen ein Haus. Ein altes, grosses Haus. Eigentlich sind es zwei. Und unser „altes“ Zuhause – sprich die Villa Kuntergrün – verkaufen wir. Warum wir aus dem Tiny House ausgezogen sind, habe ich hier berichtet. Aber jetzt will ich dir zeigen, wie unser neues, altes Zuhause aussieht. Und was daran besonders nachhaltig ist (und was nicht).

 

Wir kaufen ein Haus

Ja, richtig gelesen, we go big! Und zwar übernehmen wir das Haus meiner Eltern. Das Haus, in dem ich gelernt habe aufs Töpfchen zu gehen, zu lesen und zu bloggen. Es ist aber nicht nur deswegen ein geschichtsträchtiges Haus. Denn es ist im 16. Jahrhundert gebaut worden. Natürlich ist nicht mehr viel von dieser Zeit erhalten geblieben, bis auf ein paar Balken ist alles das letzte Mal von meinem Paps renoviert worden, als ich daneben in den Stoffwindeln herumgerannt war und zugucken wollte.

Vielleicht ist es mir deswegen einfach in die Wiege gelegt worden, Häuser (seien sie auch noch so tiny) bauen und renovieren zu wollen. Jedenfalls haben wir nun wieder einige Projekte, die unseren Alltag bereichern :)

 

Eins und Eins macht zwei

Unser neues Zuhause besteht eigentlich aus zwei Hausteilen. Insgesamt sind es nämlich 9 Zimmer und einige Keller, 2 Küchen, 3 Badzimmer. Unterteilen kann man sie in eine 4 1/2 Zimmer Wohnung im einen Teil, eine 4 Zimmer Wohnung im zweiten Teil und dann noch eine Garage und eine riesige Werkstatt. Ah und ein Schopf steht auch noch da. Tja, ihr seht – unglaublich viel Platz, grad wenn man vom Tiny House kommt. Für uns zwei allein ist das dann doch etwas zu viel. Deswegen wird der eine Hausteil vermietet und vieles zur gemeinsamen Benutzung freigegeben. Es lebe das (Wohn-) Gemeinschaftsleben.

Kleine Werbeeinlage: Suchst du grad noch ein Zuhause im Kanton Luzern und hast Bock mit zwei nachhaltigen Machern eine tolle Nachbarschaft zu führen? Wir haben einige Zimmer, ein Bad, eine Küche (zur Alleinnutzung) und viele gemeinschaftlich nutzbare Zonen zu bieten :) Wir freuen uns über Post von dir!

 

Ein altes neues Haus

Der Kontrast zum Tiny House ist riesig: Alleine die Grösse vom Haus. Aber auch die Bauart, die Materialien, die Geschichte ist ganz anders. Während wir beim Tiny House komplett neu gebaut haben, werden wir hier mit dem Leben, was schon vorhanden ist. Und das ist eine ganze Menge – meine Eltern haben gute Arbeit geleistet :)

Aber mit neuen Köpfen kommen auch immer neue Ideen. So wird sich im Laufe der Jahre wohl einiges ändern. Zum Beispiel die Dicke der Wände. Die sind nämlich für den heutigen Standart nicht so grandios isolierend. Und als Energieberater (ja, Ausbildung ist finito und bestanden) juckt es  Felix natürlich unter den Fingernägeln, hier mehr zu dämmen.

Übrigens hat sich der frischgebackene Energieberater im „Mieterteil“ auch schon einige Male an den niederen Balken gestossen. Das ist ein Nachteil an alten Häusern – vor 400 Jahren waren die Leute irgendwie kleiner…

 

Dämmung: Es gibt immer was zu tun

Bevor meine Eltern auszogen, haben wir kurzfristig im „Mieterteil“ gewohnt. Das eine Zimmer hatte eine ähnliche Temperaturschwankung wie das Tiny House. Sprich, es könnte ein wenig Extra-Dämmung vertragen. Und da Felix das ja alles gelernt hat in seiner Ausbildung, können wir dieses Wissen in den nächsten Sommern auch in die Tat umsetzen. Das wird uns auch helfen, dass wir nicht ganz so viel Holz vor die Hütte schleppen brauchen, weil wir weniger heizen müssen.

 

Endlich solar

Was bei unserem Tiny House nie zustande kam, hat mein Dad schon montiert, als alle noch darüber gelacht haben. Naja, wer zuletzt lacht… Jedenfalls haben wir Warmwasser, wenn die Sonne scheint und Strom, der eingespiesen wird. Juhuuu!

 

Holzheizung die Zweite

Von unserer Zeit im Tiny House sind wir das heizen mit Holz ja schon gewohnt. Nun werden wir uns über den Winter mit unserem Tiba-Ofen wärmen und haben den vergangenen Winter auch brav geholzt. Denn zum Haus gibt’s auch ein Waldgrundstück, wo wir das Holz für unseren Ofen herholen. Gibt zweimal warm ;).

Auf dem Ofen kann man auch kochen – also brauchen wir über den Winter kaum Strom für den Herd.

Warmwasser macht uns der Gute auch noch, sodass wir sogar neu eine Badewanne befüllen können (was vor allem in Zeiten von geschlossenen Hallenbäder von Vorteil ist).

 

Gartenparadies in progress

Mich hat das Gärtnerfieber gepackt. Denn jetzt habe ich plötzlich jede Menge Umschwung, auf die ich Acht geben darf. Also habe ich den Kurs von Marie von Wurzelwerk gekauft und versuche meinen grünen Daumen noch etwas kuntergrüner zu bemalen ;). Wir haben schon drei Hochbeete gebaut, um noch mehr „begärtnerbare“ Fläche zu erhalten.

Da es relativ viele Büsche hat, aber nur sehr wenige auch essbar sind, wollen wir in den nächsten Jahren noch einige neue Beerensträucher pflanzen. Und vielleicht noch ein Zwetschgenbaum. Hast du noch irgendwas, was du auf keinen Fall im Garten missen möchtest?

 

Umziehen und Einrichten

Neu kaufen mussten wir bisher fast nichts – ganz vieles konnten wir direkt von meinen Eltern übernehmen, die nicht alle Möbel in ihr neues Zuhause mitnehmen wollten/konnten. Und ein paar Kleinigkeiten hab ich im Internet oder Secondhandladen ergattert. Nur unser Sofa ist neu (aber immerhin einigermassen nachhaltig, modular, waschbar und super bequem und wird uns hoffentlich ganz lange als „Kinosessel“ dienen).

Felix kann hier jetzt endlich seinen Traum von guter Soundanlage und grosser Leinwand einrichten – falls die Kinos also noch länger geschlossen bleiben, haben wir Homecinema vom feinsten. Sogar im Tiny hatten wir ja einen Beamer und Leinwand montiert.

Unser Besitz hat natürlich auch locker Platz in den vorhandenen Schränken und wir hoffen sehr, dass wir unseren einigermassen minimalistischen Lebensstil auch mit mehr Platz fortführen können. Deswegen haben wir einfach gleich alle Schränke belegt und den Sachen schön viel Platz gegeben :)

 

Werkstatt, Gemeinschaftsraum, Unverpacktladen?

So, jetzt verrat ich dir noch unsere Träume, die wir mit diesem Grundstück vorhaben. Alles erstmal nur heissgeliebte Visionen. Die Umsetzung wird auch noch ein Weilchen brauchen, aber gut Ding will ja bekanntlich Weile haben.

Zum einen wird die jetztige riesige Werkstatt in ein Gemeinschaftsraum/Seminarraum/Ferienwohnung umgemodelt. Er soll für uns und unseren Mietern als Partyraum oder Seminarraum (Zero Waste Workshops etc.) verwendet werden können. Zum anderen hat man als Weltenbummler auch Freunde und Familie von weiterher, die wir so sehr luxuriös beherbergen können :) Jaaa, kommt uns bitte alle besuchen, wir vermissen euch <3

Als Häuslebauer/in braucht man natürlich auch eine Werkstatt. Deswegen muss unser heissgeliebter Caddy weiterhin draussen schlafen. Aber da es sogar einen überdeckten Parkplatz gibt (was schonmal ein Upgrade ist), wird er uns das schon verzeihen. So wird aus unserer Garage eine Werkstatt.

Und da wir noch einen Schopf zur Verfügung haben, träume ich von einem Mini-Unverpacktladen slash Dorflädeli. In unserem 200-Seelendorf gibt’s nämlich keine Möglichkeit einzukaufen. Und leider auch in den näheren Städten keinen Unverpacktladen.

 

Du siehst, Projekte sind genug da, Zeit schaffen wir uns so gut es geht und Motivation fliesst im Überfluss. Falls Interesse besteht kann ich auch mal eine Roomtour machen, sobald wir fertig mit einrichten sind… lass es mich in den Kommentaren wissen :)