Leitungswasser zu trinken ist zwar nachhaltig, aber wenn es mit Pestiziden, Medikamentenrückstände und Mikroplastik verunreinigt ist, raten wir zu Trinkwasserfilter anstatt Wasserschleppen.

Kurz noch vorneweg: Ich bekomme von keinem der erwähnten Filterhersteller Geld, dass ich sie hier erwähnen, weil sie davon auch gar nichts wissen :D Also unbezahlte Werbung.

Medikamentenrückstände trinken?

Schwarzwasser (Wasser, was mit Kot / Urin in Berührung kommt) und Grauwasser (Duschwasser, Abwaschwasser etc.) wird in Europa im Normalfall schön vermischt, sodass die Aufbereitung deutlich komplexer ist.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Medikamentenrückstände in unserem Trinkwasser auftauchen – in einer Untersuchung wurden in 34 von 42 Gemeinden Medikamentenrückstände oder Pestizide oder beides gefunden. Eigentlich logisch, denn wer Medikamente nimmt, scheidet die früher oder später wieder aus. Die Pille gehört auch dazu. Und die ganzen Hormone führen beispielsweise sogar dazu, dass es durch die Pille deutlich mehr weibliche Fische gibt. Ich mein, das ist doch total krass, oder? Natürliche Verhütung wär da auch ne gute Idee…

Und von wegen Antibiotikaresistenz: Das kommt bestimmt gut, wenn man der ganzen Bevölkerung einen schönen Cocktail durchs Trinkwasser einflösst.

Tja, natürlich sind das keine hohen Mengen. Aber sie sind nachweisbar. Das gute ist: Man kann natürlich etwas dagegen tun. Zum Beispiel einen Filter installieren. Der lohnt sich nicht nur wegen oben genanntem Grund, sondern auch wegen folgendem:

Warum Spritzmittel das Trinkwasser verunreinigen

Wir haben in der Schweiz gerade darüber abgestimmt, ob wir unser Trinkwasser zukünftig besser behandeln sollten. Viele stimmten nein. Denn das würde heissen, dass Spritzmittel langfristig wegfallen müssten. Und das ist wiederum ein Existenzproblem vieler Bauern.

Ich hoffe einfach, dass es nicht ein Existenzproblem für zukünftige Generationen wird, überhaupt an trinkbares Wasser zu gelangen…

Jedenfalls ist auch in meiner Region das Wasser von einem Spritzmittel über dem erlaubten Höchstwert. Das ist kein Geheimnis. Das steht auf der Webseite. Es steht auch, dass man das Trinkwasser trotzdem geniessen kann. Das Spritzmittel ist seit über einem Jahr verboten. Trotzdem hat es hier im Seetal die Höchstwerte deutlich überschritten. Andere Spritzmittel sind schon seit 10 Jahren verboten und immernoch im Trinkwasser zu finden, weil sie so schwer abbaubar sind.

Denn: Was die Bauern auf die Felder spritzen, um unsere Nahrung herzustellen, klebt ja nicht schön nur auf der Pflanze und hält alles fern. Es wird in den Boden geschwemmt, gelangt dort langsam in das Grundwasser und kommt danach wieder aus unseren Hähnen.

Mikroplastik im Wasser?

Zu allem Übel, gelangt über Autoreifen und das Waschen von synthetischen Klamotten auch noch eine Menge Mikroplastik in den Wasserkreislauf. Was das für gesundheitliche Auswirkungen auf unseren Körper hat, ist noch nicht vollständig erforscht, aber solange ich mich der Testgruppe „ohne Mikroplastik“ anschliessen kann, nutze ich lieber einen Wasserfilter.

 

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Trinkwasser schleppen ist nicht nachhaltig

Eine Antwort auf die obigen Probleme wäre: Kein Leitungswasser mehr zu trinken. Viele Menschen kaufen Wasser in Flaschen und tragen diese nach Hause. Das mag ein gratis Workout sein, ist aber nicht so nachhaltig, weil diese Flaschen natürlich immer herumtransportiert werden müssen.

Zudem bin ich der Meinung, dass jede/r das Recht auf gutes Leitungswasser hat. Ein Filter kostet dich auf Dauer deutlich weniger und erspart der Umwelt einiges an Transportemissionen.

Gruselfaktor: Zudem hat mir mal einer erzählt, dass bei einigen Trinkwasserflaschenhersteller (haha, was für ein Wort) das Wasser, welches in die frisch aufgeblasenen Plastikflaschen gespritzt wird, um das Plastik zu kühlen, dasselbe Wasser ist, was sie danach verkaufen. Yummie. Heisser Plastik und kaltes Wasser. Da weiss man ja unterdessen, dass das ne ganz tolle Kombie ist. Und für alle, die es noch nicht wussten, ich meinte dies ironisch.

Auch die Geschäfte, die mit Flaschenwasser getrieben werden, find ich ziemlich heftig… Wenn eine Quelle plötzlich von einer grossen Firma aufgekauft wird und die Schafe, die durch ihr Getrampel dazu beitragen, dass das Quellwasser so toll ist, dürfen dann plötzlich nicht mehr vom Quellwasser trinken… gibt ja viele Beispiele, aber deswegen kaufe ich kein Flaschenwasser.

Also: lieber Leitungswasser trinken und all die schädlichen Stoffe rausfiltern.

 

Was für Filter gibt es?

Das Universum der Trinkwasserfilter ist ziemlich gross, ich pack dir hier das mal ganz kompakt zusammen. Auf dieser Webseite findest du auch ne super Tabelle und viele weitere Infos dazu.

Tischkannen-Wasserfilter

Vielleicht eher bekannt als Brittafilter bei den Schweizern, stellen Tischkannen-Wasserfilter wohl die einfachste und günstigste Methode dar, welche du wahrscheinlich schon in einigen Haushalten gesehen hast. Im Prinzip ist es ein Krug, durch den das Wasser gefiltert wird. Der ist meist aus Plastik. Und sobald der in der Sonne steht, können sich auch hier wieder Inhalte aus dem Plastik ins Wasser lösen. Also nicht mein Favorit. Dafür sehr schnell angeschafft und sehr günstig.

Aktivkohle-Blockfilter

Diese Filtersysteme filtern mit Aktivkohle Medikamentenrückstände, Pestizide und Co raus, lassen aber die wichtigen Mineralien drin, welche wichtig für deinen Körper sind.

Dabei gibt es Unter- oder Auftischfiltersysteme, die direkt an den Wasserhahn angebracht werden. Die schickere Methode ist hierbei für mich ganz klar, wenn das ganze unter der Spüle „versteckt“ wird. Meist braucht es dann noch ein Wasserhahn mit zwei Öffnungen, damit man normales und gefiltertes Wasser am selben Wasserhahn rauslassen kann. Dafür haben wir uns entschieden.

Dampfdestillation, Ionentauscher und Co

Diese Systeme sind meist relativ teuer, und filtern teilweise auch lebensnotwendige Mineralien aus dem Wasser, weswegen das nicht unbedingt nur Vorteile hat.

Reisefilter

Zum Reisen gibt es ebenfalls unterschiedlichste Systeme, die dafür sorgen, dass man unterwegs Trinkwasser auf der ganzen Welt trinken kann. Auch aus Gewässer. Ich habe in Asien ein UV-Licht Trinkwasseraufbereiter genutzt und da dieser kaputt gegangen ist, haben wir jetzt selbst im Wanderrucksack immer einen „Lifestraw“ dabei. Diesen können wir direkt auf unsere normalen Edelstahlflaschen montieren und so unterwegs immer Wasser trinken.

 

Unser Wasserfilter

Felix hat sich schon bevor ich ihn kennengelernt habe (und das sind ja jetzt auch schon über 4.5 Jahre), einen Trinkwasserfilter zugelegt. Nach seiner damaligen Recherche hat er sich für die Firma Carbonit entschieden. Freunde von uns verwenden einen Alb Filter und sind damit auch sehr zufrieden.

Marken gibt es noch viele, wir sind mit unserem Untertischfilter Vario HP sehr zufrieden. Die Patronen müssen, wie bei den meisten Filtern dieser Art, halbjährlich ausgetauscht werden. Die Kartusche, welche aus Aktivkohle besteht, kann auf dem Recyclinghof abgegeben werden.

Wir haben dafür auch einen speziellen Wasserhahnen, den wir aber auch einfach in Mietwohnungen durch den vorhandenen getauscht und beim Umzug wieder umgebaut haben. Auch im Tiny House war er die ganze Zeit aktiv und hat uns mit leckerem Trinkwasser versorgt.

Zum Abwaschen etc. nutzen wir das normale Wasser, da dieses schneller durchfliesst und somit mit mehr Druck herauskommt. Zum Kochen und Trinken nutzen wir den zweiten Hahn und das gefilterte Wasser.

Der einzige Nachteil: Kalk wird nicht herausgefiltert und das ist bei unserem Härtegrad schade, weil es den Putzaufwand deutlich minimieren würde ;)