Über Geld spricht man nicht? Pustekuchenblume! Das Thema ist zu wichtig – gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht. Denn auch hier fliesst (immer mehr) Geld. Was Geld mit Nachhaltigkeit , was es mit Arbeit und Lohn zu tun hat und welchen Banken du dein Geld am besten anvertraust, erfährst du, wenn du jetzt weiterliest.

 

Geld ist schlecht?

Ich weiss nicht, ob du auch zu denen gehörst, die gerne eine Welt ohne Geld hätten. Fände ich ehrlich gesagt ein grossartiges Experiment. Und es ist sich ja auch einiges am Tun in diesem Bereich: Lokalwährungen, Tauschhandel, Schenkökonomie etc. Aber so ganz klappt das noch nicht. Also ist Geld momentan noch relativ essentiell für die meisten von uns. Natürlich geht es auch ohne – das haben schon ein paar Leute hinbekommen, aber ganz einfach ist das nicht. Wir leben im Zeitalter des Kapitalismus. Und bevor du den jetzt mit Pfefferspraymühlen attackierst: Man kann auch Veränderung ins System bringen, ohne das System zu verlassen. Zum Beispiel folgendermassen:

 

Gemeinwohlökonomie

Anstatt nur den Gewinn zu maximieren und das Geld in die Mitte der Zielscheibe zu stellen, kann man auch das Gemeinwohl als höchstes Ziel nehmen. Anstatt Gewinn, geht es also um das Wohl von Mensch und Umwelt. Das geht sogar, während rundherum der Kapitalismus regiert. Weil man trotzdem Geld verdienen kann. Aber eben, sich nur einen Teil des Kuchens nimmt, und allen andern auch eins übrig lässt. Klingt gut, oder? Guck doch gleich bei der Gemeinwohlökonomie vorbei und informier dich tiefer.

 

Alles nur Ehrenamt?

Da kommen wir schon zum nächsten Punkt. Wer ab und an auf nachhaltige Jobsuche-Portale herumstöbert, merkt schnell, dass gerade im nachhaltigen Bereich seeeeehr viele ehrenamtliche Jobs angeboten werden. Das Problem damit? Anstatt Menschen zu ermöglichen, ihr gesamtes Leben, also auch ihre Arbeit auf nachhaltig umstellen zu können, kann man sich in der Freizeit für tolle Projekte engagieren. Das kann dafür sorgen, dass Herr Meier den ganzen Tag Pflanzenschutzmittel oder Autos verkauft und dann am Samstag Freiwilligenarbeit bei Greenpeace leistet.  Nicht, dass das jetzt grad das super realistische Beispiel ist. Aber du verstehst?

Und damit will ich jetzt auch nicht sagen, dass ehrenamtliche Arbeit grundsätzlich falsch ist. Überhaupt nicht. Viele Organisationen bieten beides an. Und ehrenamtliche Arbeit ist ein Weg, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben, um etwas mehr Gleichberechtigung einzubringen.

Der Punkt dabei ist nur: Nachhaltigkeit darf sich auch lohnen. Denn, sie basiert nicht nur auf der ökologischen und sozialen Säule. Sie hat auch noch eine Dritte Säule.

 

Die ökonomische Säule

Das heisst, eine Wertschätzung in Form von Geld fliesst auch in der Nachhaltigkeit. So ist sie nämlich auch für das kapitalistische System geeignet. Kein Greenwashing – da wäre nämlich die Säule die dickste, die anderen könnten grad so gut auf Pappe aufgemalt sein wie im Theater. Sondern eher im Sinne der Gemeinwohlökonomie. Gute Produkte, gute Dienstleistungen, die sozial und ökologisch sind, dürfen auch etwas kosten.

Deswegen freu ich mich auch darüber, wenn du mein Buch kaufst, ein Workshop besuchst oder meinen Blog durch eine Spende oder ein Teilen unterstützt :) Denn nur dann kann ich nachhaltig (im Sinne von langzeitig) mich finanzieren und trotzdem diese Themen an die Öffentlichkeit tragen.

Menschen, die sich für soziale und ökologische Themen engagieren, dürfen auch einen Lohn annehmen. Mit gutem Gewissen. Wenn sie zu viel davon haben, kann man das Geld an noch kleinere Organisationen spenden oder zusätzliche Projekte unentgeltlich unterstützen. Und, was sie unbedingt auch tun sollten:

Den Lohn auf eine nachhaltige Bank bringen

Denn was mit  DAPL so richtig bekannt wurde, hat dafür gesorgt, dass mehr und mehr Menschen zu einer alternativen Bank gewechselt haben. Denn das Geld, was du auf die Bank bringst, liegt natürlich nicht einfach irgendwo in einer Schublade mit deinem Namen drauf. Digitales Geld funktioniert anders. Die Bank arbeitet damit. Investiert es in Projekte. Und das ist bei der Otto-Normalverbraucher-Bank eben oft auch in Erdöl, Kohlenproduzenten oder sogar in Waffen! Grad letztens haben wir in der Schweiz darüber abgestimmt, dass Pensionskassengelder nicht in die Rüstungsindustrie investiert werden dürfen. Leider haben zu wenig Ja gestimmt. Der Punkt ist der: Du kannst dein Geld auch in die Energiewende, in soziale Projekte und den Wandel zu einer enkeltauglichen Welt investieren. Bei einigen Banken kannst du sogar selbst sagen, in welche Kategorie sie dein Geld investieren dürfen.

Bevor du jetzt das Internet durchforsten musst, hier eine kleine Liste mit alternativen Banken:

Deutschland

  • GLS
  • Triodos Bank
  • Ethik Bank
  • Tomorrow
  • UmweltBank

Hier findest du einen Vergleich der Banken und deren Leistungen und die Bestenliste mit weiteren Banken (nicht alle mit Girokonto).

Schweiz

  • Alternative Bank Schweiz
  • Freie Gemeinschaftsbank

Für Österreicher/innen empfiehlt sich diese Seite durchzulesen.

Falls du noch einen sehr verspäteten Neujahrsvorsatz brauchst: Wie wäre es, dein Geld zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln?

 

Nachhaltig konsumieren

Nachdem du jetzt dein Geld bei der nachhaltigen Bank abgehoben hast, um dir etwas zu kaufen, schliesst sich der Kreislauf sozusagen. Denn jetzt hast auch du wieder die Wahl. Langlebige, fair und umweltgerechte Produkte wären hier natürlich “the way to go”. Darüber findest du in meinem Blog ja genügend Infos. Denk dran: Jeder deiner Kassenzettel ist ein Wahlzettel. Du unterstützt oder boykottierst jedes Mal eine Firma, die dadurch wächst oder eben nicht.

Und noch eins: Weniger ist mehr ;) Auch wenn die Werbung dir versucht einzureden, dass du tausend Sachen brauchst, um glücklich zu sein, kann man sich genau so über die kleinen Dinge im Leben freuen.