Wiedermal ein richtiger Basicartikelt zu Zero Waste: Wie macht man Tee und Kaffee ohne Müll und ohne Plastik? Ich stell dir die verschiedenen Methoden vor und klär dich über deren Vor- und Nachteile auf.

 

Zero Waste Tee

Herbst und Winter sind für mich richtige Teemonate. Am liebsten trinke ich meine selbstgemachten und selbstgedörrten Teemischungen. Nachhaltiger geht’s kaum. Tee gibt es aber auch lose in Unverpacktläden, in einigen (tollen) Apotheken und in Teeläden. Falls du nichts davon in der Nähe hast, kannst du in Reformhaus zumindest losen Tee in der Papiertüte kaufen – das ist immer noch besser als Teebeutel.

Die sind heutzutage nicht selten aus Plastik (wer will den das bitte schön in Heisswasser tunken?!), brauchen Ressourcen für den Beutel, die Schnur und das Zettelchen, was wiederum teilweise mit fragwürdigen Tinten bedruckt ist – und das landet ja dann im Kompost (ausser du bist so diszipliniert den Beutel aufzuschneiden und dann die Kräuter zu kompostieren – da find ich s dann aber schon einfacher, gleich losen Tee zu kaufen).

Tee trocknen

Okay, jetzt im November ist es a bisserl spät zum Tee trocknen. Aber dann weisst du wenigstens, was du dann im nächsten Frühling zu tun hast 🙂 Besorg dir einige Kräuterpflanzen wie Minze, Thymian oder Salbei. Alle drei kannst du auch super mit Ableger / Stecklingen vermehren (braucht einfach mehr Geduld).

Auch ein Lindenbaum wäre ja ne coole Investition – aber der braucht ein wenig mehr Platz als ne wilde Kamille im Garten… Lindenbäume gibt es aber vielerorts und da kannst du die Blüten auch abpflücken (wenn du vorher nett frägst).

Zero Waste Tee

Ich trockne zudem Brombeer- und Himbeerblätter und hänge, alles was sich einfach hängen lässt an meine Reise-Wäscheleine. So kann es optimal trocknen. Salbei dauert meiner Erfahrung nach am längsten.

Lindenblüten lege ich auf einem Baumwolltuch aus und warte, bis sie trocken sind (das merkst du daran, dass sie knistern und leicht brechen, wenn du sie leicht knüllst).

Danach schnibble ich alles etwas kleiner (grössere Oberfläche – mehr Aroma) und mix es in einem Glas zusammen. Fertig ist der eigene Tee aus dem Garten. Inspiration für weitere Mischungen findest du hier.

 

In 8 Schritten zu einem Zero Waste Haushalt

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Los geht’s!

 

Teeei

So, egal ob du jetzt ne eigene Kräutermischung gemixt hast, oder losen Tee aus dem Unverpacktladen hast – Zeit, den Tee aufzubrühen. Wenn du nur ne Tasse machst, ist ein Teeei wohl die einfachste Variante.

Die Kräuter kannst du danach einfach kompostieren oder deinen Zimmerpflanzen ab und an als „Nahrung“ geben.

Zero Waste Tee

Teesieb in der Kanne

Für ne ganze Kanne gibt es Teesiebe aus Edelstahl, die man reinhängen kann und den Tee solange ziehen lassen kann, bis er die gewünschte Aromastärke erreicht hat. Übrigens: Je feiner das Sieb, desto weniger Kräuter kommen durch. Ist ja logisch, aber da lohnt es sich schon drauf zu achten.

Teesocke

Ok, so heissen die definitiv nicht, aber du weisst, was ich meine? Diese Stoffbeutel mit Halterung, die man ebenfalls in die Kanne hängen kann. Ich find es optisch nicht so der „Burner“, aber dafür hat man weniger Minikräuterstückchen, die sich durchschmuggeln.

 

Zero Waste Kaffee

Ok, ich geb es zu. Ich mag keinen Kaffee. Aber man will ja gerüstet sein für Besucher und Ehemann. Also hab ich mal zusammengeschrieben, was es so gibt und welche Vor- und Nachteile die Methoden haben.

Ah ja, wenn Kaffee, dann natürlich  fairen und biologisch angebauten. Oder du wechselst auf einen tollen Getreidekaffee, der aus lokalen Zutaten gemacht werden kann. Das ist natürlich noch nachhaltiger und gibt’s unterdessen sogar schon in einigen Unverpacktläden.

Zero Waste Kaffee

Filterkaffee

Meine Lieblingsmethode, weil super einfach und platzsparend. Wir haben nachdem wir alle Papierfilter aufgebraucht hatten, einen Edelstahlfilter von Ikea gekauft. Mit dem Ergebnis waren wir nicht so zufrieden. Es war zu grob, wodurch auch noch kleine Kaffeekrümmel im Kaffee landeten und hat grad mal ein halbes Jahr gehalten. Seither nutzen wir einen Stofffilter – der war günstiger und funktioniert zudem noch besser.

Nach dem zubereiten waschen wir ihn einfach von Hand aus und ab und an schmeiss ich ihn in die Waschmaschine. Keine Krümmel, kein Plastik!

Zero Waste Kaffee

Espressokanne

Ebenfalls eine super einfache und günstige Art, Kaffee zu machen ist mit einer Moka oder Espressokanne. Dafür brauchst du nicht einmal einen Wasserkocher, sondern kannst sie grad auf die Herdplatte stellen. Aber Vorsicht – wir habens schon geschafft, sie zu lange unbeaufsicht stehen zu lassen – der Plastikgriff ist weggeschmolzen. Tja, da wäre ein Griff aus Holz doch noch besser gewesen.

Stabfilterkanne

Wenig Platz in der Küche? Dann ist vielleicht eine Stabfilterkanne das Richtige für dich? Das wäre das Ding, wo man den Stab mit Sieb nach einer Weile herunterdrückt, sodass der Kaffeesatz unten bliebt und der Kaffee oberhalb des Siebs ist.

Siebträgermaschine

Ähnlich wie bei der Vollautomatikmaschine brauchst du natürlich deutlich mehr „Ressourcen“ und Technik für die Maschine selbst. Wenn das Ding gut reparierbar und langlebig ist, geht das ja noch. Oft kann man die teureren Modelle ja auch vom Experten reparieren lassen. Das kostet dann halt auch, aber ist auf jeden Fall besser, als einfach eine neue zu kaufen. Also gut pflegen, wenn du so ne Maschine zu Hause hast 🙂 Eine Crema bekommst du meines Wissens nach mit den oberen Methoden leider nicht hin.

Kapselmaschine zuhause?

Vor ein paar Jahren haben die Kapselkaffeemaschinen die Welt erobert. Das Problem: Jede Menge Müll. Aber anstatt die gute Maschine nun einfach wegzuwerfen, kannst du dir auch wiederbefüllbare Kaffeekapseln besorgen.

Kapsel auf, Kaffee rein, Kapsel zu und in die Maschine. Kaffee trinken, Kapsel in Kompost leeren und repeat! Neu würd ich aber eine solche Maschine nicht empfehlen, sie haben oft sehr viel Plastik an sich.

Vollautomatische Kaffeemaschine

Der Vorteil dieser realtiv teuren Geräte ist, dass man die Kaffeebohnen (aus dem Unverpacktladen) direkt in die Maschine geben kann, welche sie selber mahlt und Kaffee daraus macht. Der grosse Nachteil: Wenn das Ding mal nicht mehr geht, ist die Entsorgung deutlich komplizierter als beim Stofffilter. Zero Waste ist da nur der Akt des Kaffeeherstellens, nicht das Gerät dazu.

Zero Waste Kaffee

Milch und Zucker

Zucker bekommst du in Unverpacktläden und Kuh- und Hafermilch in der Pfandflasche. Pflanzliche Milch kannst du auch ganz einfach selber machen.

PS: Viele weitere Tipps und Rezepte findest du in meinem neuen Zero Waste Buch 🙂

Was ist deine Liebingsmethode zum Zero Waste Tee und Kaffee erstellen?