Wir haben unser selbstgebautes Tiny House erfolgreich aus Deutschland in die Schweiz umgezogen. Was es alles zu beachten gibt, bei einem Umzug des eigenen Tiny Houses, haben wir in diesem Artikel schon erklärt. Doch, wer über die Grenze will, muss über den Zoll und sich auch mit den Vorschriften des zweiten Landes  beschäftigen.

Das EIGENE Haus umziehen

Nur damit du nicht Zeit vergeudest, das hier zu lesen: In diesem Artikel geht es NICHT darum, ein Tiny House, was in Deutschland gefertigt wurde, zu importieren. Das müsste man nämlich verzollen. Es geht darum, dass du schon ein Tiny House besitzt (min. 6 Monate – egal ob gekauft oder selbst gebaut) und dieses in die Schweiz umziehen möchtest.

Wohin am Zoll?

Da wir nicht mit LKW und auch nur mit Umzugsgut zum Zoll kamen, konnten wir die Transit-Spur nehmen und dann die PKW-Verzollungsspur. Wir wollten uns erst brav in der LKW-Schlange einreihen, aber ein freundlicher Fahrer hat uns dann gesagt, dass wir nach vorne fahren dürfen, da hätte es ein PKW-Parkplatz. Von da aus geht’s dann erst zum Deutschen Zoll. Hier mussten wir angeben, was wir einführen: Fahrzeugnummer, Gewicht und Wert in CHF angeben – der Wert und das Gewicht darf geschätzt werden. Danach gab’s ein Stempel und hoch ging’s zum Schweizerzoll. Hier brauchts ein paar Papiere mehr:

Papierkram für den Zoll

Es empfiehlt sich folgende Dokumente mit zum Zoll zu bringen:

  • Ausweis
  • Ausländerausweis oder Bestätigung der Zusicherung
  • Abmeldebestätigung aus Deutschland
  • Anmeldebestätigung, falls schon umgemeldet
  • Fahrzeugausweis
  • Eheurkunde (falls vorhanden)
  • Rechnungen von Trailer etc. für den Notfall
  • Mietvertrag oder Pachtvertrag
  • Arbeitsvertrag
  • Liste mit allem Umzugsgut
  • Liste mit dem Umzugsgut, was du an dem Tag dabei hast (falls du nicht alles auf einmal reinbringst)

Umzugsgut beim Zoll melden

Der Zoll hat ganz klar deklariert, wie und was man alles angeben muss. Es empfiehlt sich schon eine Liste beim Packen zu führen, da die Kartons auch beschriftet sein müssen und angegeben werden muss, wie viele Kartons von was man in die Schweiz ummeldet.

 

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Ummelden oder verzollen?

Auch hier gibt es klare Vorschriften, ab wann etwas verzollt und wann Umzugsgut einfach umgemeldet werden kann. Alles, was schon länger als 6 Monate in unserem Besitz war, konnten wir kostenlos importieren. Noch kurz ein billiges Auto kaufen und dann locker in die Schweiz umziehen geht also nicht. Auch der Trailer muss schon benutzt worden sein. Falls er noch nicht angemeldet wurde, einfach die Rechnung vorweisen – darauf kann das Kaufdatum nachgelesen werden. Für Fahrzeuge oder Anhänger wird eine Bearbeitungsgebühr von je 20 CHF verrechnet – ansonsten kostet ummelden nichts.

Auf die Waage, fertig, los?

Komische Gefährte werden am Zoll gerne rausgenommen und auf die Waage geschickt. Deswegen ist es umso wichtiger, vorher genau zu wissen, wie schwer das ist. Dazu haben wir im anderen Beitrag schon berichtet. Je nach dem wie viel überladen wurde, darf man auch nicht weiterfahren, sondern muss ein weiteres Transportfahrzeug organisieren, die Ladung aufteilen und erst dann fahren. Dazu kommen natürlich noch Bussgelder…

Vorschriften in der Schweiz

  • Mindesttempo auf der Autobahn: In der Schweiz wurde im Gegensatz zu Deutschland das Mindesttempo von 60 auf 80km/h erhöht. Das heisst, das nur Fahrzeuge, die 80km/h schnell fahren können und dürfen zugelassen sind. Das heisst aber nicht, dass man nicht langsamer fahren darf, allerdings sollte man auch kein Verkehrshindernis darstellen, was ebenfalls gestraft werden kann.
  • Überbreite bis 3m muss ebenfalls online bei einem Kanton beantragt werden. Die Strecke, die man fahren möchte, muss man angeben. Praktischerweise muss man sich nicht bei jedem einzelnen Kanton melden, das übernimmt der „1. Kanton“ meines Wissens nach.
  • Die Überbreite muss ebenfalls mit gestreiften Tafeln gekennzeichnet werden, bei schlechten Sichtverhältnissen oder in der Nacht müssen zusätzliche Lichter angebracht werden.

Gute Fahrt!

Im Prinzip ist ein Tiny House Umzug über die Grenze, das selbe wie ein normaler Umzug, weil das Häuschen einfach als Umzugsgut angemeldet wird. Es lohnt sich aber (falls ihr auch mehrmahls hin und her fährt) eine erste Ladung umzumelden ohne Haus um das ganze Prozedere kennenzulernen. Jeder Zoll ist ein wenig anders aufgebaut und nur schon zu schauen, wo man den das Tiny parkt während dem Gang auf den Zoll, ist gut zu wissen. Die Zöllner waren aber sehr nett und hilfsbereit, als wir ganz verwirrt waren und nicht wussten, wo wir hinmussten.

Und danach heisst’s nur noch – Gute Fahrt!

PS: Je nach dem, was ihr umzieht und mit was euer Haus transportiert wird, müsst ihr natürlich noch selber schauen, was es alles zu beachten gibt 😉