Ständermaterial
Wenn du auf einem PKW-Anhänger bis 3,5t bauen willst, dann kommst du an Leichtbauweise nicht vorbei. Und hier ist die Ständerbauweise das Mittel der Wahl. Hierfür sind zwei Ständerarten weit verbreitet. Zum einen aus Holz, zum anderen aus Metall. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, einfach zu bearbeiten und lokal erhältlich zu einem günstigen Preis. Daher haben wir uns allgemein entschieden möglichst viel Holz zu verbauen und nach Möglichkeit auf Metalle und Kunststoffe zu verzichten.
CO2-Bindung im Bauholz
Wer Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verbaut, der kann so einige Tonnen CO2 für einige Jahrzehnte binden. Bäume binden CO2 in der Wachstumsphase, ein ausgewachsener Baum bindet nicht viel mehr jedes weitere Jahr. Wenn dieser Baum nun gefällt wird und ein junger Baum stattdessen wächst, bindet dieser mehr CO2 pro Jahr als der alte. Wenn man den alten Baum natürlich verbrennt oder verrotten lässt, dann wird das CO2 über kurz oder lang wieder freigesetzt. Wenn der Baum allerdings als Bauholz zum Einsatz kommt, dann bleibt das CO2 über die gesamte Lebensdauer gebunden. Du kannst also noch was gegen den Klimawandel mit dem Bau eine Holz (Tiny) Houses unternehmen.
Lebenszyklusende von Bauholz
Ob das Holz verleimt ist oder nicht, spielt bzgl. der CO2-Bindung erst einmal eine untergeordnete Rolle. Der Leim spielt dann bei der schlussendlichen Entsorgung eine Rolle. Wenn dein Tiny House irgendwann nicht mehr gebraucht wird, dann kann sortenreines Holz zunächst vielleicht in einem weiteren Bau zum Einsatz kommen. Irgendwann – das kann in 100 – 800 Jahren der Fall sein – ist das Holz aber nicht mehr zu gebrauchen. Wenn du dann unverleimtes Holz verwendet hast, dann kann es immer noch als Brennholz dienen oder als Hackschnitzel zum Mulchen. Dort setzt es dann auch das CO2 wieder frei, aber eben erst dann.
Je mehr Holz du heute verbaust, desto mehr CO2 bleibt jetzt gebunden. Und je besser du dein Haus dämmst, desto weniger musst du heizen, d.h. desto weniger CO2 setzt du im Alltag frei. Das sollte rechtfertigen heute etwas mehr Geld und Aufwand in bessere Dämmung zu investieren und dafür Brennmaterial für die Heizung zu sparen.
Das richtige Bauholz
Für die Ständer empfiehlt es sich auf Fichtenholz zurückzugreifen. Es ist weit verbreitet und es ist ein Leichtes, z.B. FSC-zertifiziertes Holz zu bekommen. Es kommt also aus nachhaltigem Anbau. Zudem ist es leicht und wird bei allen Sägereien, Zimmerern und Baumärkten in unterschiedlichen Querschnitten zu finden sein. Daher die klare Empfehlung hier beim Standard zu bleiben.
Erwin Thoma schwört auf Mondholz, das ist Holz, das zu einer bestimmten Mondphase im Winter geerntet wird. Solch ein Holz hat nach seinen Ausführungen sehr viel weniger Probleme mit Tierbefällen, es ist formstabiler und bekommt viel weniger Risse und ähnliche Beschädigungen. Mondholz zu bekommen ist aber aufwändiger; das bekommst du nicht beim Baumarkt um die Ecke. Im Internet sollte es aber lieferbar sein. Wir haben „normales“ Holz verbaut und bisher kein Problem. Unser Bau ist aber auch noch keine drei Jahre her. Was uns aber aufgefallen war damals, war, dass schon der ein oder andere Balken ziemlich gebogen war. Viele sagen, das sei normal, Thoma behauptet mit Mondholz passiert das nicht. Persönlich haben wir aber eben mit Mondholz keine Erfahrung, haben aber auch erst nach unseren Holzkäufen von Mondholz gehört und würden es in unserem nächsten Bauprojekt gerne ausprobieren.
Metall
Metallständer findest du auch in jedem Baumarkt, sie werden standardmäßig im Trockenbau verwendet. Bei Metallständern kannst du aber davon ausgehen, dass deine CO2-Bilanz wesentlich schlechter ausfällt. Während Holz CO2 bindet – gerade bei Verwendung als Bauholz – wird für die Metallherstellung sehr viel Prozessenergie benötigt, wodurch sehr viel CO2 entsteht.
Metall besitzt noch weitere Eigenschaften, die sich – mehr oder weniger wissenschaftlich nachgewiesen – negativ auswirken können. Holz als natürliches Material ist uns einfach näher, weshalb für uns persönlich die Wahl eindeutig auf Holz als Ständermaterial fiel.